Blog von PS & P zum Thema Verkauf, Vertrieb, Marketing im B2B

8 Mai 2019

Verkaufen in stagnierenden Märkten – 6 Strategien

Viele Unternehmen sind unsicher, wie sich ihre Umsätze und Gewinne in den aktuell stagnierenden Märkten entwickeln werden. Die Top-Manager und Vertriebschefs reagieren auf diesen Zustand sehr unterschiedlich: Manche ängstlich zaudernd, andere unternehmerisch zupackend. Die Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung sind diffus. Nur eines scheint sicher: Nichts ist sicher!

In dieser Situation kristallisieren sich drei Typen heraus:

Die verunsicherten Zauderer.
„Wir machen erst einmal nichts, solange wir nicht wissen, was auf uns zukommt.“

Die vorsichtigen Planer.
„Stillstand wäre Rückschritt. Doch bei unsicherem Wirtschaftsklima müssen wir vor allem auf die Kosten achten. Deshalb nehmen wir jetzt den Fuß vom Gas und fokussieren uns im Vertrieb darauf, den Ist-Zustand zu wahren. Wir investieren nur noch dort, wo dies für unseren langfristigen Markterfolg unumgänglich ist.“

Die zupackenden Strategen und „Unternehmer“.
„Wir verkaufen bei jedem ‚Wetter / Klima‘, denn wir nutzen gezielt die Chancen, die sich uns bieten. Also geben wir gerade dann Vollgas, wenn unsere Mitbewerber bremsen und ihre Kunden sowie Mitarbeiter durch Einschränkungen demotivieren.”

Die zupackenden Strategen hingegen lassen sich durch das Wirtschaftsklima nicht die Stimmung vermiesen. Sie schauen nach vorne und stellen sich die richtigen strategischen Fragen. Und aus den Antworten leiten sie offensive Maßnahmen ab.

6 Strategien für den Verkauf in stagnierenden Märkten…

Die zupackenden Strategen und „Unternehmer“ fragen sich:

  • Welche Chancen ergeben sich für uns daraus, dass unsere Mitbewerber aufgrund des unsicheren Umfelds sich nicht offensiv verhalten und kaum nachhaltige Marktinitiativen starten? Und:
  • Welche Chancen ergeben sich für uns daraus, dass unsere Zielkunden aufgrund des aktuell unsicheren Wirtschaftsumfelds ihre Strategien und Handlungsmuster überdenken?

Die Antworten führen dann in der Praxis beispielsweise zu folgenden konkreten Vertriebsstrategien und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen:

1. Gewinnbringende Preisgespräche / Preisverhandlungen

„Unsere Vertriebsmannschaft macht 14,7 Millionen Euro Umsatz. Wir erwarten einen Wandel vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt, und unsere Außendienstmitarbeiterwerden in ihren Preisgesprächen von den Einkäufern noch massiver unter Druck gesetzt werden. Durch professionelles Training und Motivation unserer Vertriebsmannschaft werden wir mindestens ein Prozent weniger Nachlass geben. Das entspricht einer Gewinn-Steigerung um circa 147.000 Euro.“

2. Neukundengewinnung

„Wir haben 30 Außendienstmitarbeiter. Ein neuer Kunde bringt uns circa 17.000 Euro Deckungsbeitrag pro Jahr. Wenn jeder Dritte der 30 Außendienstmitarbeiter einen neuen Kunden zusätzlich gewinnt, bedeutet das ein Plus von 170.000  Euro Deckungsbeitrag Jahr. Wir haben dann unsere Umsatzverluste bei Kunden ausgeglichen und zugleich unsere Marktposition gestärkt. Deshalb starten wir ein Projekt Zielkunden-Strategie. Die zu erwartenden Kunden-Umsatz-Verluste werden wir durch eine – nicht preiskampfbasierte – gezielte Wettbewerberverdrängung und Neukundengewinnung ausgleichen: mit professionellen Zielkunden-Maßnahmenplänen. Dabei denken wir auch daran, gezielt neue Märkte, neue Absatzkanäle und neue Anwendungen zu erschließen.“

3. Vertrieb Service pushen

„Wir machen zurzeit 20 Prozent unseres Umsatzes von 105 Millionen Euro mit Serviceleistungen. Wir setzen auf zusätzliche Umsätze und Deckungsbeiträge aus einem noch konsequenteren Vermarkten unserer Serviceleistungen. Dadurch sind weitere zwei Prozent Umsatzanteil mit Serviceleistungen bei einem Deckungsbeitrag von circa 30 Prozent drin. Zwei Prozent Umsatzanteil von 105 Millionen Euro sind 2,1 Millionen Euro. Daraus resultieren 30 Prozent mehr Deckungsbeitrag, das entspricht einem Plus von 630.000 Euro Jahr für Jahr.“

4. Angebotsverfolgung und Zusatzverkauf

„Wir machen 16,8 Millionen Euro Umsatz. In unserem Vertriebsinnendienst / Angebotsverfolgung und in unserer Kundendienst-Mannschaft / Zusatzverkäufe schlummern noch mindestens drei Prozent Umsatzpotenzial bei circa 10 beziehungsweise 17 Prozent EBITDA. Drei Prozent Umsatzzuwachs von 16,8 Millionen Euro sind mehr als 0,5 Millionen Euro. Davon sind mindestens zehn Prozent operativer Gewinn, also circa 50.000 Euro pro Jahr.“

5. Vertriebspartner – Händler – Verarbeiter pushen

„Wir machen mit unseren Verarbeitern und Vertriebspartnern 10,5 Millionen Euro Umsatz. Wir werden sie nicht mehr nur in unseren Produkten schulen, sondern sie auch verkäuferisch besser ausbilden, damit sie offensiver vorgehen und uns seltener und nach geringeren Sonderrabatten fragen. Wir werden die Sonderrabatte um mindestens zwei Prozent reduzieren. Zwei Prozent weniger Nachlass von 10,5 Millionen Euro Umsatz bedeuten ein Plus von 210.000 Euro Gewinn vor Steuern Jahr für Jahr.“

6. Systemlösungen pushen

„Wir machen 80 Prozent unseres Umsatzes mit Stammkunden. Wenn wir diesen künftig durch einen engagierten Lösungsverkauf weniger Einzelprodukte und mehr Systemlösungen verkaufen, steigt unser Umsatz bei diesen Stammkunden um fünf Prozent. Dadurch erzielen wir eine Gesamtumsatz-Steigerung von vier Prozent und verankern uns zudem stärker in der Organisation unserer Kunden.“

Die zupackenden Strategen beklagen also nicht die allgemeine Marktsituation. Nein! Sie analysieren die für ihr Unternehmen relevanten Marktchancen und entwerfen konkrete Handlungsstrategien, wie sie trotz böigen Windes erfolgreich sind. Sie setzen diese Selling-Pläne professionell und konsequent mit ihren Vertriebsmannschaften um.

Wie Sie in einem Inhouse-Workshop / Training Ihre firmenspezifischen Vertriebsstrategien in stagnierenden Märkten mit Leben erfüllen, können wir gerne in einem ersten Kennenlern- und Sondierungsgespräch erörtern.

Telefon: +49 7062 96 96 8
Mail: sekretariat@schreiber-managementpartner.de

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